Die Háromkürtő-zsomboly ist eine der streng geschützten Höhlen Ungarns, versteckt unter Ackerland auf dem Tés-Plateau im Bakony-Gebirge. Kein Ort für einen spontanen Spaziergang - es handelt sich um eine echte Schachthöhle, die nur erfahrenen Höhlenforschern mit Seiltechnik zugänglich ist.
Die Höhle entstand im obertriassischen Dachsteinkalk entlang tektonischer Spalten und gliedert sich in zwei Abschnitte. Der obere Teil, bis etwa 20 Meter Tiefe, bildet ein labyrinthartiges Netz mit glatten, wassererodierten Wänden, geformt in ihrer Funktion als Ponor. Darunter besteht der untere Teil hauptsächlich aus vertikalen Schächten mit deutlichen Korrosionsspuren von sickerndem Wasser. Im tiefsten Raum, dem Záporos-terem, finden sich durchscheinende weiße Sinterbildungen, Mangankrusten und erbsensteinähnliche Formationen. Die Höhle füllt sich periodisch über saisonale Schwinden mit Wasser - einmal stieg die Wassersäule darin fast 100 Meter hoch.
AnreisePaläontologische Grabungen im Höhlensediment förderten 29 Schneckenarten sowie Wolfsknochen zutage, was den Ort zu einer wertvollen wissenschaftlichen Fundstelle macht, die Klima- und Faunawandel vom Pleistozän bis ins Holozän dokumentiert.