Das Blaueis ist der nördlichste Gletscher der gesamten Alpen — ein kleines, aber beeindruckendes Eisrelikt, eingebettet in ein Felskar unterhalb der Gipfel der Berchtesgadener Alpen. Hier lässt sich hautnah erleben, wie ein alpiner Gletscher schwindet, bevor er ganz verschwindet.
Das Blaueis liegt im oberen Blaueiskar, hufeisenförmig umgeben von den Wänden der Blaueisspitze (2480 m), des Hochkalter (2607 m) und des Kleinkalter (2513 m). Die nordseitige Lage hat dem Eis lange Zeit geholfen, doch seit Mitte der 1980er Jahre trennt ausgeaperter Fels den oberen Gletscherteil vom unteren Toteisfeld. Im Sommer wirkt das Kar wild und karg, umrahmt von steilen Felswänden; im Frühjahr und Frühsommer erleichtert eine Schneeauflage den Aufstieg, im Herbst wird das blanke Eis dagegen tückisch.
Anreise
Praktische Informationen
1874 gelang dem Ramsauer Bergführer Johann Grill, genannt Kederbacher, mit E. Richter die Erstbegehung dieser Route — ein historischer Anstieg über einen Gletscher, der wie sein Nachbar, der Watzmanngletscher, voraussichtlich noch vor 2030 verschwunden sein wird.