Die Pieninen-Burg ist eine der geheimnisvollsten mittelalterlichen Ruinen der polnischen Bergwelt — eine Festung aus dem 13. Jahrhundert, so meisterhaft in den Fels eingebettet, dass sie jahrhundertelang weder aus den Tälern noch von benachbarten Gipfeln aus zu sehen war. Die Reste der Anlage liegen auf 740–760 m ü. M. am Nordhang des Burgbergs (Zamkowa Góra, 792,7 m) und gelten als die am höchsten gelegene Steinburg im polnischen Teil der Karpaten.
Schroff abfallende Kalksteinfelsen schützen das Gelände von Osten, Süden und Westen, während Bergahornwälder und Mischwälder — Nachfolger eines Kiefernwalds, der 1915 zwei Wochen lang brannte — den Hang bedecken. Inmitten der alten Mauern wachsen Alpenaster, Nelken und Zawadzkis Chrysantheme. Die Atmosphäre ist zu jeder Jahreszeit wild und besinnlich: schattig-kühl im Sommer, golden im Herbst, tief verschneit im Winter.
Anreise und ZustiegDer Legende nach hüllte 1287 ein wundersamer Nebel die Burg vor den tatarischen Angreifern ein — die betenden Klarissen, die hier Zuflucht gesucht hatten, sollen durch göttliche Fügung gerettet worden sein. Geschichte und Mythos verschmelzen hier ebenso fest miteinander wie Stein und Fels.