Das Trianon-Museum in Várpalota ist die einzige Institution im Karpatenbecken, die sich dem Friedensvertrag nach dem Ersten Weltkrieg und seinen bis heute spürbaren Folgen widmet. Ein Besuch hier eröffnet einen bewegenden Einblick in ein prägendes Kapitel der ungarischen und mitteleuropäischen Geschichte.
Das Museum ist im Schloss Zichy untergebracht, das 1725 erbaut und später im klassizistisch-romantischen Stil nach Plänen von Miklós Ybl umgebaut wurde. Besucher können die repräsentative Eingangshalle, die ovale holzverkleidete Bibliothek mit dem erhaltenen Deckenfresko von Béla Pállik sowie den umliegenden Schlosspark bewundern, der auch für Freiluftveranstaltungen genutzt wird. Die historische Schlossatmosphäre verleiht den Ausstellungen zur schwierigen Geschichte des 20. Jahrhunderts eine besondere Tiefe.
Im Erd- und Obergeschoss sind rund dreißig Dauer- und Wanderausstellungen zu sehen, die sich mit der Unterzeichnung des Trianon-Vertrags, irredentistischen Bewegungen, der zeitweiligen Rückkehr von Gebieten zu Ungarn zwischen 1938 und 1941 sowie den Nachkriegsrepressalien gegen Ungarn befassen.
AnreiseDas Motto des Museums stammt vom Philosophen Béla Hamvas: 'Kein Aufstand. Aber nichts aufgeben!' - ein Satz, der den Geist dieses besonderen Ortes treffend beschreibt.