Schloss Neuschönfels ist ein weniger bekanntes, aber charmantes Herrenhaus im Dorf Schönfels im sächsischen Vogtland, das ruhig im Schatten der berühmteren Burg auf dem Hügel liegt. Es entstand 1550, nachdem die Gebrüder Weißbach ihr Erbe geteilt hatten, und beeindruckt bis heute mit seinen architektonischen Details aus der Frührenaissance.
Der Eingang wird von zwei niedrigen Rundbauten mit Schießscharten als Brückenkopf bewehrt. Die südwestliche Ecke ziert ein reicher, nur in Teilen erhaltener Runderker mit den Schmuckformen der Frührenaissance, wie sie zur gleichen Zeit unter Herzog Georg dem Bärtigen am Georgentor in Dresden entstanden. Im Innern sind sandsteinerne, gegliederte Türgewände und Holzdecken aus jener Zeit erhalten. Das Anwesen liegt eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Vorerzgebirges, umgeben von Wäldern und Teichen — im Herbst leuchten die nahen Wälder bunt, im Winter unterstreicht Schnee die klaren Linien der historischen Fassade.
AnreiseInteressant ist, dass durch die Erbteilung von 1548 zwei eigenständige Rittergüter entstanden — Altschönfels und Neuschönfels —, die sich über Jahrhunderte getrennt entwickelten und so den heutigen faszinierenden Kontrast zweier Herrensitze in einem einzigen Dorf hinterließen.