48 Meter in die Tiefe steigen und plötzlich vor einem Eisblock stehen, der seit über 4.000 Jahren existiert — das ist das Erlebnis der Eishöhle Scărișoara. Sie beherbergt den größten unterirdischen Gletscher Rumäniens und ist eines der faszinierendsten Naturwunder der Karpaten.
Der Eingang führt durch eine eindrucksvolle Schachthöhle — einen sogenannten Aven mit einem Durchmesser von 60 Metern, der sich im Wald am Rand eines Karstplateaus öffnet. Ein in den Fels gehauener Pfad und in den Wänden verankerte Metallleitern erleichtern den 48 Meter tiefen Abstieg. Am Boden liegt selbst im Hochsommer eine dicke Schneeschicht. Von hier gelangt man durch ein 24 Meter breites und 17 Meter hohes Portal in den 'Großen Saal', dessen Boden der Gletscher selbst bildet — ein Eisblock von 80.000 m³. Rechts fällt diese Eisfläche steil in einen Bereich namens 'Kirche' ab, wo die ersten Eisstalagmiten erscheinen. Dies ist die Touristenzone; dahinter erstrecken sich zwei Wissenschaftsreservate mit weiteren Eisformationen und prächtigen Tropfsteinen — Stalaktiten, Säulen, Vorhänge und Koralliten. Die Coman-Galerie führt bis zur maximalen Tiefe der Höhle von 105 Metern, wo sie der Nachbarhöhle Pojarul Poliței auf wenige Meter nahekommt.
AnreiseAus Eisbohrkernen des Jahres 2005 konnten Wissenschaftler 4.000 Jahre Klimageschichte rekonstruieren — darunter auch Hinweise auf Waldbrände und auf den Goldabbau der Daker in den Westkarpaten.