Die Höhle Lisková ist eines der faszinierendsten Naturdenkmäler der Slowakei — ein vielstöckiges Labyrinth aus Gängen und Hallen mit einer Gesamtlänge von über 3.700 Metern, das Jahrtausende menschlicher Geschichte in sich birgt. Als elftlängste Höhle des Landes zeigt sie schon von Weitem ihr imposantes Portal am Südhang des Berges Mních im Choč-Gebirge, etwa 8 Meter über dem Fluss Váh. Wer Natur, Geologie und Ur-Geschichte an einem Ort erleben möchte, ist hier genau richtig.
Die Höhle entstand durch einen ehemaligen Seitenarm der Váh und entwickelte sich in mindestens vier übereinanderliegenden Ebenen aus Gängen, Sälen und Domen. Die Große Halle allein erstreckt sich 80 Meter weit mit einem Querschnitt von rund 10 × 10 Metern. Das Innere hält das ganze Jahr über eine gleichmäßige Temperatur von etwa 5–5,4°C bei einer Luftfeuchtigkeit von 93–95% — eine warme Jacke ist also Pflicht. Im Winter bilden sich beeindruckende Eisformationen am Eingangsbereich, während im Sommer kühle Luft aus den unteren Öffnungen strömt und angenehme Erfrischung bietet.
Anreise und ZugangEin einzigartiger Fund machte Lisková weltbekannt: 1993 entdeckten Speläologen in der Jánošík-Halle eine kleine Kupferfigur eines Ochsen — Teil eines Doppelgespanns — die auf rund 4000 v. Chr. datiert wird. Sie gilt als die älteste Metallskulptur eines domestizierten Zugtiers in der gesamten Slowakei.