Hoch über dem rechten Donauufer thront die Burg Esztergom auf einem über fünfzig Meter hohen Felsen mit steil abfallenden Felswänden — ein Ort, der die ungarische Geschichte wie kaum ein zweiter geprägt hat. Hier wurde König Stephan I. gekrönt, hier entstand das Königreich Ungarn, und hier lassen sich tausend Jahre Geschichte hautnah erleben.
Der Burgberg beeindruckt zu jeder Jahreszeit. Im Sommer bietet die Aussicht über die Donaukrümmung und die slowakische Stadt Štúrovo auf der anderen Seite des Flusses ein unvergessliches Panorama. Im Herbst tauchen goldene Laubfarben die Ruinen in ein malerisches Licht, und selbst im Winter hat der Ort eine ganz eigene, stille Atmosphäre. Auf dem Gelände finden sich Überreste des königlichen Palastes, eine wunderschön erhaltene romanische Burgkapelle, Spuren osmanischer Befestigungen und Terrassen der einstmals europaweit bekannten Hängegärten der Renaissance. Das Burgmuseum des Ungarischen Nationalmuseums, ein Burgtheater und ein Panoptikum sorgen dafür, dass auch bei schlechtem Wetter kein Langeweile aufkommt.
Anreise1594 fiel der Renaissancedichter Bálint Balassi — die bedeutendste Dichterstimme seiner Zeit in Ungarn — während der Belagerung dieser Burg, was den Ort zu einem Symbol nicht nur militärischer, sondern auch kultureller Geschichte macht.