Das Erzbischöfliche Palais in Veszprém ist eines der bedeutendsten Gebäude der Burg von Veszprém und ein wahres Meisterwerk des ungarischen Barocks. Erbaut zwischen 1765 und 1776 nach den Plänen von Jakab Fellner, beeindruckt es mit seiner eleganten Fassade und reich verzierten Innenräumen.
Das Gebäude folgt dem für den Barock typischen U-förmigen Grundriss. Bei seinem Bau wurden Überreste älterer Bauten integriert, darunter ein gotischer Palast und eine frühere Bischofsresidenz, die während der Türkenkriege zerstört wurde. Im Inneren zieren Fresken von Johann Cymbal das Vestibül, das Treppenhaus und den Festsaal, während der schönste Teil des Palais die Kapelle ist, deren Deckenfresko ebenfalls von Cymbal stammt. Im Bildersaal hängen Porträts der Bischöfe und Erzbischöfe von Veszprém sowie ein mit Perlmutt eingelegtes Möbelstück, ein Geschenk von Kaiserin Maria Theresia. Das Palais beherbergt außerdem eine Bibliothek mit rund 60.000 Bänden und ein Archiv mit etwa 1.500 Urkunden aus der Zeit vor 1526, darunter das älteste erhaltene Originaldokument einer Privatperson in Ungarn aus dem Jahr 1079.
Anfahrt
Praktische Informationen
Interessant ist, dass nach dem Tod von Bischof Ignác Koller Kaiserin Maria Theresia selbst die Fertigstellung des Palais veranlasste – eine königliche Note in seiner bemerkenswerten Geschichte.