Die Bikaz-Schlucht ist eine der eindrucksvollsten Natursehenswürdigkeiten der rumänischen Karpaten — ein tief eingeschnittener Canyon aus jurassischem Kalkstein, in dem sich senkrechte Felswände über dem rauschenden Fluss Bicaz auftürmen. Wer die Schlucht einmal gesehen hat, vergisst sie nicht so schnell.
Die Schlucht durchschneidet das Hășmaș-Gebirge auf einer Länge von etwa 7,5 km, zwischen dem Kurort Lacu Roșu im Westen und dem Dorf Bicaz-Chei im Osten. Sie gliedert sich in vier Abschnitte mit ganz unterschiedlichem Charakter: den offeneren Eingangsbereich, den Bereich um den imposanten Piatra Altarului (Altarstein), den engen 'Gâtul Iadului' ('Höllenrachen') — das spektakulärste Teilstück — sowie den breiteren Abschlussbereich nahe Bicaz-Chei. Unterwegs laden Seitenschluchten wie die Lapoș-, Bicăjel- und Șugău-Schlucht zu kleinen Abenteuern ein. Im Frühling tost das Wasser besonders laut; im Sommer spendet der Schatten der Felsen willkommene Kühle; der Herbst taucht die Wälder in leuchtendes Gold und Rot; und im Winter verwandeln sich die vereisten Felsflanken in eine märchenhafte Kulisse.
AnreiseJahrhundertelang war die Bikaz-Schlucht einer der wenigen natürlichen Übergänge durch die Ostkarpaten zwischen Siebenbürgen und der Moldau — ein historisches Erbe, das man spürt, wenn sich die Felsenwände eng um einen schließen.