Versteckt in einem Park auf einer kleinen Anhöhe im Herzen von Sokołowsko (Gottesberg) ist die orthodoxe Kirche des Erzengels Michael einer jener Orte, an denen man unwillkürlich innehält. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts für russische Kurgäste erbaut, zieht sie heute Wanderer, Reisende und alle, die einen stillen Moment suchen, gleichermaßen in ihren Bann.
Die Kirche verströmt eine ruhige, beinahe mystische Atmosphäre — umgeben von alten Bäumen, mit ihrer charakteristischen Zwiebelkuppel, die zwischen den Baumkronen hervorlugt. Zu jeder Jahreszeit ist dieser Ort besonders: im Sommer schattig und kühl, im Herbst in goldenes Laub gehüllt, im Winter wie ein Bild aus einem Märchenbuch. Im Inneren lohnen sich der Ikonostas und die kleine Ikonengalerie des Künstlers Michał Bogucki, der hier seit 1999 eine Ikonenmalwerkstatt betreibt.
Anreise und WegbeschreibungJahrzehntelang nach dem Zweiten Weltkrieg war das Gebäude verlassen und diente zeitweise als Leichenhalle — die polnisch-orthodoxe Kirchenleitung erfuhr von seiner Existenz erst 1989 durch eine kurze Notiz in einer Lokalzeitung. Kaum ein Ort kann eine so bemerkenswerte Rückkehr aus der Vergessenheit vorweisen.