Die Bozkov-Dolomithöhlen beherbergen den größten unterirdischen See Tschechiens und sind das einzige Höhlensystem des Landes, das vollständig in Kalkdolomit entstanden ist. Wer ungewöhnliche Tropfsteinhöhlen liebt, wird hier fündig: exzentrische, fadenartige Stalaktiten, leuchtend blau-grünes Wasser und dramatische Lichteffekte machen jeden Besuch zu einem echten Erlebnis.
Die Höhlen liegen im Eisenbroder Bergland auf 425–485 m Höhe, einen Kilometer nördlich des Dorfes Bozkov. Im Inneren herrscht das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von 7,6°C — angenehm kühl im Sommer, ein wohliges Refugium im Winter. Der 400 Meter lange Touristenpfad überwindet rund 300 Stufen und führt durch zwei miteinander verbundene Systeme: die Alte und die Neue Höhle, verbunden durch einen 50 Meter langen künstlichen Tunnel. Unterwegs passiert man stimmungsvoll benannte Kammern — die rot beleuchtete Hölle, den Piratengang, die Räuberhöhle — bevor man im Seendom ankommt, wo ein 320 m² großer Untersee im Schein der Beleuchtung schimmert. Neben klassischen Stalaktiten und Stalagmiten findet man hier einzigartige faserige und buschige Exzentriker sowie Quarzleisten und spitzenähnliche Strukturen.
Über der Erde blüht im Frühjahr das Frühlings-Knotenblümchen, und in den Höhlen haben vier Fledermausarten ihr Quartier gefunden, darunter die Kleine Hufeisennase.
AnreiseEntdeckt wurden die Höhlen erst 1947 bei Sprengarbeiten in einem lokalen Steinbruch — dabei lagen sie Jahrmillionen lang nur wenige Meter unter der Erde verborgen.