Die Wilden Löcher — auf Polnisch Błędne Skały — sind ein außergewöhnliches Naturwunder im polnischen Teil der Mittelsudetengebirge: ein verzweigtes Labyrinth aus gewaltigen Sandsteinblöcken, engen Felsgassen und bizarr geformten Felsgestalten, das an eine vergessene Steinstadt erinnert. Auf 853 m Höhe im Tafelgebirge gelegen, sind sie eines der beeindruckendsten Geotope Mitteleuropas.
Wer das Labyrinth betritt, erlebt echtes Abenteuer: sich durch nur wenige Dutzend Zentimeter breite Spalten zwängen, unter überhängenden Felsen hindurchducken und immer neue Formationen entdecken. Einzelne Felsen tragen eigene Namen — der Tunnel, die Küche, der Hühnerfuß oder der Tafelboulder — und jeder überrascht auf seine eigene Weise. Das Gelände liegt im Nationalpark Tafelgebirge und umfasst rund 21 Hektar. Im Frühling glänzen die moosbedeckten Felsen feucht, der Sommer bringt angenehme Kühle in den Gängen, der Herbst färbt die umliegenden Buchenwälder golden, und im Winter wirkt alles wie aus einem Märchen.
AnreiseDer Sage nach schuf der Berggeist Rübezahl höchstpersönlich die Wilden Löcher. Geologisch betrachtet sind es Überreste eines oberkreidezeitlichen Meeresbodens, der während der alpinen Orogenese emporgehoben und über Millionen von Jahren durch Verwitterung geformt wurde.