Der Liebauer Pass — tschechisch Královecké sedlo — ist die größte Einsattelung des gesamten Sudetengebirges und ein Ort, an dem Geografie Geschichte schreibt. Auf 516 Metern Höhe markiert er das östliche Ende des Riesengebirges und trägt auf seiner Achse die europäische Wasserscheide zwischen Ostsee und Nordsee.
Wer einen dramatischen, engen Gebirgspass erwartet, wird hier angenehm überrascht: Der Reiz dieses Ortes liegt in seiner Weite und Sanftheit. Breite, nahezu ebene Zugänge, ausgedehnte Wiesen und Felder, eingerahmt von den umliegenden Gebirgskämmen, verleihen ihm die Atmosphäre eines ruhigen Hochtals. Im Frühling leuchten die Wiesen in sattem Grün, im Herbst färben sich die Hänge golden und rot, und im Winter lädt die stille Landschaft zu gemächlichen Spaziergängen ein. Nördlich des Passes verläuft ein grüner Grenzwanderweg entlang der polnisch-tschechischen Grenze mit schönen Ausblicken auf das Grenzland.
So erreichen Sie den PassEin Tipp für Geschichtsinteressierte: Der erste Zug fuhr hier am 29. Dezember 1869 durch, und der Pass spielte während der Hussitenkriege eine wichtige strategische Rolle — ein Beweis, wie bedeutsam diese unscheinbare Senke im Gebirge über Jahrhunderte hinweg war.