Der Gelbe Turm (2387 m ü. d. M.) ist ein wilder, unberührter Gipfel im slowakischen Teil der Hohen Tatra — ohne markierte Wanderwege und ohne Zugeständnisse an den Massentourismus. Genau das macht ihn für erfahrene Bergsteiger so reizvoll.
Der Gipfel erhebt sich in einem nach Südosten abzweigenden Seitenkamm vom Kleinen Eispik und fällt mit einer imposanten Westwand steil ins Altwalddal (Dolina Staroleśna) ab. Die Umgebung ist typisch hochalpines Tatra-Terrain: zackige Felstürme, ausgesetzte Grate und weite Ausblicke über die slowakische Seite des Gebirges. In der Nähe befinden sich Formationen wie die Spága, der Falkturm sowie die markante Žltá bašta — ein eigenständiger Felszahn direkt oberhalb der Žltá ławka, der durch den kleinen Einschnitt der Žlté vrátka vom Hauptgipfel getrennt wird. Im Winter verwandelt sich das gesamte Gebiet in eine ernsthafte Hochgebirgslandschaft, die volle Aufmerksamkeit erfordert.
Aufstieg zum GipfelDie erste dokumentierte Sommerbesteigung fand am 2. August 1900 statt, während die erste Winterbesteigung erst am 4. Februar 1914 gelang — ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie anspruchsvoll dieser Gipfel für die Tatra-Pioniere war.