Die Gelbe Wand (2182 m ü. d. M.) ist eines der bekanntesten Klettergebiete der Hohen Tatra — eine nahezu senkrechte, gelblich gefärbte Felswand, deren charakteristischer Farbton von Moosresten stammt. Wer hier ankommt, trifft auf pures alpines Ambiente und anspruchsvolle Routen, die seit über einem Jahrhundert Kletterer aus ganz Europa anziehen.
Genau genommen handelt es sich um einen Felszahn, der von einem Grat des Prostredný hrot abzweigt und steil ins Tal der Malá Studená dolina abfällt. Die Nordwand — aufgeteilt in einen nordöstlichen und einen nordwestlichen Teil — bietet auf ihrer nordöstlichen Seite rund 180 Meter kletterbare Steilwand. Die Atmosphäre ist karg und erhaben: senkrechter Granit, hochalpine Stille und dieses unverwechselbare Gelb im Nachmittagslicht. Im Winter verwandeln Eis und Schnee die Wand in ein Gelände für Extremalpinismus.
Anstieg zum GipfelDie Erstbegehung der Nordwand im Juli 1933 durch die polnischen Kletterer Zbigniew Korosadowicz und Wiesław Stanisławski galt jahrelang als 'ordentliche klettersportliche Leistung' — heute ist die Gelbe Wand eine der beliebtesten und meistbesuchten Kletterwände der gesamten Hohen Tatra.