Der Hintere Mönch (Zadni Mnich, 2172 m ü. d. M.) ist eine der markantesten Felsnadeln der Hohen Tatra — ein schlanker Steinturm an der polnisch-slowakischen Grenze, der vom Weg zum Meeresauge (Morskie Oko) aus sofort ins Auge fällt. Vom See selbst wird er durch seinen berühmteren Nachbarn, den Mönch (Mnich), verdeckt, aber von der Lichtung Włosienica präsentiert er seine eindrucksvolle Silhouette in voller Pracht. Ein Gipfel für Kletterer, nicht für Wanderer — und genau diese Unzugänglichkeit macht seinen Reiz aus.
Der Turm erhebt sich zwischen Cubryna und Ciemnosmreczyńska Turnia, im Süden über dem Piarżysta-Tal und im Norden über dem Tal hinter dem Mönch (Dolina za Mnichem). Die Nordwand fällt rund 100 Meter senkrecht zum Zadni Mnichowy Upłaz ab. Der Gebirgsführer-Autor Władysław Cywiński beschreibt den Fels als 'schön, kompakt und steil' — im Sommer bietet er alpine Stille abseits der Touristenströme, im Winter ist er ein ernsthaftes alpinistisches Ziel.
Anreise zum GipfelAm Fuß der Nadel wachsen Artemisia eriantha und das Tatra-Löffelkraut — in Polen ausschließlich in der Tatra vorkommende Rarität. Die Erstbesteigung im Sommer gelang Janusz Chmielowski und Klemens Bachleda am 13. September 1904; 1922 diente der Turm als Kulisse für den frühen Tatra-Film 'Otchłań pokuty' ('Abgrund der Buße').