Der Froschseeturm (slowakisch: Žabia veža, 2336 m ü. d. M.) ist einer jener Tatragipfel, die mehr bieten, als ihr geringer Bekanntheitsgrad vermuten lässt. Er liegt direkt auf der polnisch-slowakischen Grenze im Hauptkamm der Tatra, thront über dem Tal des Rybi Potok und der Žabia dolina mengusovská — dem Tal, das ihm seinen Namen gab. Wer echtes alpines Erlebnis abseits der Massen sucht, ist hier genau richtig.
Der Gipfel gehört zum Wołowy-Grat (Volí chrbát) und bildet dessen südöstlichsten Hochpunkt. Seine Nordseite fällt mit einer etwa 350 Meter hohen Wand in drei markanten Stufen ab — die obere und untere sind senkrecht und stellenweise überhängend, die mittlere besteht aus glatten tektonischen Platten, die im Sommer taktische Möglichkeiten bieten, im Winter jedoch selbst erfahrene Kletterer vor ernsthafte Probleme stellen. Von Süden ist der Turm deutlich zugänglicher. Der Ausblick vom Gipfel ist zwar nicht weitreichend, die karge, felsige Szenerie in unmittelbarer Nähe entschädigt jedoch vollauf.
Wie man den Gipfel erreichtDie erste dokumentierte Sommerbesteigung gelang Katherine Bröske und Simon Häberlein am 11. September 1905, die erste Winterbesteigung Alfréd Grósz am 5. April 1913. Noch heute ist der Froschseeturm ein Gipfel, der — wie der Tatra-Kenner Władysław Cywiński schrieb — nur von jenen Kletterern freiwillig aufgesucht wird, 'die lange Zustiege und komplizierte Abstiege nicht scheuen'.