Uhrocie Kasprowe ist einer jener Kammabschnitte der Tatra, den nur echte Kenner auf dem Schirm haben — ein wilder Streifen des nordöstlichen Grats vom Kasprowy Wierch, eingeklemmt zwischen Sätteln und von dichtem Latschenkiefer-Gestrüpp beherrscht. Ein Ort für Neugierige, nicht für die Massen.
Der Grat erstreckt sich zwischen dem Sattel Wyżnie Kasprowe Siodło (ca. 1830 m) und dem Pass Mechy (1662 m). Entlang des Kamms finden sich mehrere markante Erhebungen: der höchste Punkt erreicht 1852 m ü.d.M., dann folgen das Niżnie Kasprowe Siodło und schließlich das Małe Uhrocie Kasprowe (1750 m). Die Südhänge fallen gleichmäßig ins Gąsienicowa-Tal ab — westseitig über Schutt und Latschenkiefer, ostseitig durch fast undurchdringliches Gebüsch. Nach Norden fällt der Kamm ins Kasprowa-Tal, das vom Rücken Bałda in zwei Äste geteilt wird: Stare Szałasiska und das Sucha Kasprowa-Tal. Im Latschenkiefer versteckt sich ein besonderer Fund — ein einzelner Felsturm von etwa 10 m Höhe, schlicht 'Skałka' genannt, erreichbar über einen natürlichen Korridor im Gebüsch vom Gąsienicowa-Tal aus.
Anfahrt und AufstiegUhrocie Kasprowe zeigt, dass die Natur auch in der viel besuchten Tatra manche Orte erfolgreich vor dem Massentourismus schützt — und das ist wahrscheinlich gut so.