Die Turnia nad Dziadem (1.901 m ü.d.M.) ist der nordöstlichste Felsengipfel des Wołoszyn-Grats in der Hohen Tatra — ein einsamer, wilder Gipfel, der das Waksmundzka-Tal von der Roztoka- und Białka-Tal trennt. Wer das unberührte Gesicht der Tatra sucht, findet es hier.
Östlich des Gipfels stürzen die malerischen Schluchten Zagonny und Siwarny steil hinab zu den Mickiewicz-Wasserfällen, deren Bäche die Roztoka in der Nähe des berühmten Kaskaden-Gebiets speisen. Die Westhänge senken sich sanft zur Waksmundzka Równica. Der Grat, der Richtung Palenica Białczańska über die Wyżnia und Niżnia Kopka verläuft, wechselt seinen Charakter von felsig-grasigem Gelände über Latschengebüsch bis hin zu altem Fichtenwald in den unteren Lagen. Im Frühjahr und Sommer ist die Landschaft üppig und wild, der Herbst taucht den Wald in leuchtendes Gold, und im Winter herrscht tiefe, schneebedeckte Stille.
AufstiegsmöglichkeitenIm südöstlichen Felsrippen des Gipfels versteckt sich eine kleine Felsformation in Form einer Pfeife, die im Volksmund 'Dziad' (der Alte) heißt — daher stammt der ungewöhnliche Name des Gipfels. An den Hängen des Wołoszyn wächst zudem die seltene Saussurea pygmaea, eine Pflanze, die in Polen ausschließlich in der Tatra vorkommt und nur an wenigen Standorten zu finden ist.