Der Kleine Liptauer Grenzberg — auf Polnisch Szpiglasowa Czuba — ist ein rauer, wenig besuchter Gipfel der Tatra, der genau auf der polnisch-slowakischen Staatsgrenze thront. Auf rund 2.160 Metern gelegen, ist er ein Ort für erfahrene Kletterer und bietet ursprüngliche Alpenlandschaft fernab des Touristentrubels.
Der Gipfelgrat der Szpiglasowa Czuba verläuft fast waagerecht, ist jedoch von zahlreichen Felszähnen durchsetzt, die ihm ein markantes, gezacktes Aussehen verleihen. Auf der polnischen Seite fällt die Nordostwand rund 130 Meter steil in das Tal hinter dem Mönch (Dolina za Mnichem) ab. Auf der slowakischen Seite, über dem Tal Temnosmrečinská dolina, sind die Hänge etwas sanfter — kurze Felswände gehen in grasig-felsige Steilhänge über. Der höchste Punkt des Grates ist mit einem Grenzpfahl und einer Metallstange markiert und liegt nahe dem nordwestlichen Ende des Gipfels. Von hier reichen die Blicke weit über die polnische wie die slowakische Seite der Tatra — eine stille, wilde Welt für alle, die das echte Bergabenteuer suchen.
AufstiegsmöglichkeitenDer Gipfel blieb bis 1962 namenlos — der Kletterer Bernard Uchmański gab ihm seinen polnischen Namen, als er die erste Kletterroute an der Nordostwand erschloss. Die erste vollständige Besteigung des Gipfels mit Überschreitung des gesamten Szpiglasowa-Grates ohne Umgehung der schwierigen Stellen gelang Janusz Mączka am 27. Juli 1966.