Die Schneespitze (2.464 m ü. d. M.) gehört zu den stillsten und am seltensten besuchten Gipfeln der Hohen Tatra — ein wilder, flach-zahnförmiger Felsturm zwischen dem Eispik (Ľadový štít) und den Widdergehörnen (Baranie rohy), weit weg vom Touristenstrom der Seilbahn. Wer Einsamkeit und ursprüngliche Tatra-Natur sucht, wird hier fündig.
Der Gipfel erhebt sich über dem Kleinen Kalten Tal (Malá Studená dolina) und dem Javoratal (Javorová dolina) und bietet ein Rundumsicht-Panorama auf die umliegenden Hochtatragipfel, den Kamm der Belianischen Tatra und bei guter Fernsicht auch auf das Poprader Becken und die Berge Südpolens. Botanisch ist dieser Abschnitt des Hauptkamms ein Highlight: Rund 84 Arten von Gefäßpflanzen wurden hier erfasst — etwa zwei Drittel aller Arten, die in der Hohen Tatra oberhalb von 2.300 m vorkommen. An den sonnenexponierten Südhängen gedeihen Läusekräuter, Gletscherhahnenfuß und Gletschernelken fast bis zum Gipfel.
AufstiegsmöglichkeitenDer Name 'Schneespitze' verdankt sich nicht etwa besonders reichem Schneefall — die Nachbargipfel sind genauso verschneit. Die frühen Bergsteiger wählten den Namen wohl als humorvolle Parallele zur benachbarten 'Eisspitze'. Botanisch bemerkenswert: Onderova Läusekraut wurde auf der Südseite in 2.435 m Höhe nachgewiesen — eine der höchsten bekannten Fundstellen dieser Art in der gesamten Tatra.