Die Nördliche Granatenspitze (2228 m ü.d.M.) ist zwar der niedrigste der drei Granaten-Gipfel, gilt aber als Hauptgipfel des Massivs und bietet das weiteste Panorama von allen dreien. Der Berg liegt am legendären Adlerpfad (Orla Perć) in den polnischen Hohen Tatra und zieht sowohl Wanderer als auch Kletterer in seinen Bann.
Vom Gipfel schweift der Blick gleichzeitig in drei Täler: westwärts ins Gąsienicowa-Tal mit dem dunklen Czarny Staw Gąsienicowy-See, nordostwärts ins Pańszczyce-Tal und südostwärts ins Buczynowa-Tal. Die Westflanke fällt beeindruckende 420 Meter zum See hin ab und gehört zu den beliebtesten Kletterwänden der gesamten Tatra — nach Aussage des Bergführerautors Władysław Cywiński sogar beliebter als die Kościelec-Kante oder womöglich der Mönch. Im Winter verwandelt sich das Massiv in ein ernstes Hochgebirgsgelände aus Eis und Schnee.
AufstiegsmöglichkeitenAls die ersten dokumentierten Erstbesteiger — Pfarrer Eugeniusz Janota und Bronisław Gustawicz mit Führer Maciej Sieczka — am 19. September 1867 den Gipfel erreichten, entdeckten sie dort bereits Spuren eines früheren Besuchs, dessen Ursprung bis heute ungeklärt geblieben ist.