Der Siwy Wierch (1805 m ü. NN) ist der westlichste markante Gipfel der Westlichen Tatra — ein beeindruckendes Kalksteinlabyrinth, das als 'Felsenstadt' bekannt ist und Türme, Zinnen und Spalten in einer ungewöhnlichen Karstlandschaft vereint. Der Gipfel liegt vollständig in der Slowakei und bietet eine echte Naturerfahrung abseits des Massentourismus.
Der Massiv besteht aus Kalksteinen und Dolomiten der Choč-Decke, die zu einem weitläufigen Felsenlabyrinth namens Rzędowe Skały verwittert sind. Die Waldgrenze liegt auf 1400–1500 m Höhe, darüber öffnen sich alpine Matten mit Latschenkiefern. Das Naturschutzgebiet Sivý vrch (112,67 ha) schützt eine außergewöhnliche Flora — darunter die Glänzende Nelke ('Dianthus nitidus'), die in ganz Polen ausgestorben und in der Slowakei extrem selten ist und nirgendwo sonst in der Tatra vorkommt. Im Juni blühen die Hänge in einem Meer von Silberwurz.
AufstiegsmöglichkeitenDen ersten bekannten Winteraufstieg unternahm Józef Grabowski mit Begleitern im Jahr 1914 — eine Pionierleistung in der Geschichte der Erkundung der Westlichen Tatra.