Die Blauen Steine (1122 m ü. NHN) sind der zweithöchste Gipfel im Isergebirge — still, ursprünglich und abseits der üblichen Touristenströme. Der breite, kuppelförmige Gipfel erhebt sich aus dem weiten Plateau der Zielona Kopa und bietet weite Ausblicke in die Gebirgslandschaft sowie eine eindrucksvolle Geschichte, die abgestorbene Baumstümpfe und nachwachsender Wald erzählen.
Das Gipfelplateau ist so gleichmäßig und eben, dass der höchste Punkt im Gelände kaum erkennbar ist — erst das Felsgeröll aus verwitterten Gneisen verrät, dass man angekommen ist. Die Nordhänge fallen steil ins Queis-Tal ab, die Westseite senkt sich zur Mokra-Scharte, während Süd- und Osthänge fast waagerecht verlaufen. Wolken und Nebel sind hier häufige Begleiter, die dem Ort eine geheimnisvolle Atmosphäre verleihen. Schnee kann sich auf dem Gipfel häufig bis Mitte Mai halten — das sollte man bei der Frühjahrsplanung bedenken.
AufstiegsmöglichkeitenIn den 1980er Jahren vernichtete saurer Regen infolge extremer Luftverschmutzung den gesamten Fichtenforst, der im 19. Jahrhundert hier angelegt worden war. Heute wächst ein junger, gesunder Mischwald nach, doch die kahlen Stümpfe der alten Bäume ragen noch immer aus dem Jungwuchs hervor — ein stilles Mahnmal einer der schlimmsten Umweltkatastrophen des Riesengebirgsvorlandes.