Die Rumanspitze (2428 m ü. d. M.) ist einer jener Gipfel in der Hohen Tatra, der seine wahre Größe erst auf den zweiten Blick preisgibt. Vom Zlomisková-Tal aus wirkt sie fast unscheinbar — doch wer die gewaltige Nordostwand kennt, die bis zu 690 Meter steil ins Kačia-Tal abstürzt, begreift sofort, warum dieser Berg Generationen von Bergsteigern fasziniert hat.
Der Gipfel liegt im Hauptkamm der slowakischen Hohen Tatra und bildet zusammen mit dem Ganek und dem Žlobivá-Gipfel ein Trio markanter Erhebungen zwischen dem Zlomisková- und dem Kačia-Tal. Die Rumanspitze besitzt eigentlich drei Teilgipfel, die durch kleine Scharten voneinander getrennt sind — präzise vermessen wurde nur der höchste westliche Gipfel. Im Sommer bietet der Grat ein raues, alpines Erlebnis der besonderen Art; im Winter verwandelt sich die Nordostwand in ein ernsthaftes, respekteinflößendes Terrain.
AufstiegsmöglichkeitenDer Name des Gipfels, der benachbarten Pässe und der Rumanové-Seen im Zlomisková-Tal ehrt den Tatra-Bergführer Ján Ruman Driečny. Die Erstbesteigung im Sommer gelang Janusz Chmielowski, Klemens Bachleda und Jan Bachleda Tajber am 27. September 1902; die direkte Begehung der berühmten Nordostwand wurde erst am 30. August 1932 vollbracht.