Die Rapická hora (708 m ü.d.M.) ist ein stilles, bewaldetes Gipfelziel im nordwestlichen Teil des Isergebirges, direkt an der tschechisch-polnischen Staatsgrenze. Wer abseits markierter Wege unterwegs sein möchte und sich für Bergbaugeschichte begeistert, wird hier auf seine Kosten kommen.
Der Hügel besitzt ein unregelmäßiges, abwechslungsreiches Relief mit einem markanten halbmondförmigen Rücken, der sich aus dem Nordhang des benachbarten Smrk erhebt. Die steilen Flanken fallen nach Westen ins Tal des Baches Lomnice und nach Osten ins Tal des Lužický-Baches ab, der gleichzeitig die Staatsgrenze markiert. Dichter Nadelwald mit einzelnen Laubbäumen bedeckt Gipfel und Hänge — im Sommer kühl und schattig, im Herbst farbenprächtig, im Winter ruhig und unberührt. Der flache, von Bäumen verdeckte Gipfelbereich macht die Kuppe im Gelände schwer erkennbar und verleiht jeder Begehung den Charakter einer echten Erkundungstour.
AufstiegsmöglichkeitenDer Name des Gipfels geht auf Hans Rappert zurück, einen Tiroler Bergmann, der einst hier arbeitete. Von Mitte des 16. bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden an diesen Hängen Zinn-, Silber- und Eisenerze abgebaut — die Überreste alter Stollen mit klangvollen Namen wie 'Děti Izraele' ('Kinder Israels') und 'Beránek Boží' ('Lamm Gottes') sind bis heute erhalten, ehemals auch bekannt als 'Raplitz'.