Der Rabsztyn (847 m ü.d.M.) ist ein markanter, felsig-bewaldeter Gipfel in den Kleinen Pieninen — ein eigenständiger Kalksteinberg, dessen Westseite von einer fast senkrechten, rund 50 Meter hohen Felswand abgeschlossen wird. Die polnisch-slowakische Staatsgrenze verläuft direkt über den Gipfel, was ihm einen ganz besonderen, grenzländischen Reiz verleiht.
Der Berg erhebt sich über dem Tal des Leśnicki-Baches, dem benachbarten Gipfel Jarmuta gegenüber. Die Landschaft ist typisch für die Pieninen: helles Kalkgestein, dichter Wald und sich plötzlich öffnende Almwiesen. Auf den nordöstlichen, polnischen Hängen wird auf weitläufigen Halmen noch heute traditionell Schafe geweidet. In der nahe gelegenen Sennhütte kann man echten Oscypek-Käse kaufen — ein lohnender Zwischenstopp. Der Wanderweg, der durch die Wiesen zwischen dem Rabsztyn und dem benachbarten Hügel Huściawa (818 m) führt, bietet schöne Ausblicke auf die Drei Kronen (Trzy Korony), die Tatra und das Sandecer Beskidengebirge.
Aufstieg zum GipfelDer Rabsztyn hat Besucher seit Generationen fasziniert — ein Bericht aus dem Jahr 1860 berichtet, dass sogar Kurgäste aus Szczawnica mit einem Bergführer hierher kamen. Die Dichterin Maria Konopnicka glaubte einst, auf dem Gipfel habe eine Burg gestanden, und Legenden über Geheimgänge zur benachbarten Jarmuta kursierten noch lange. An den Hängen wächst auch das seltene und geschützte Europäische Christophskraut (pluskwica europejska).