Owcze Turniczki — die 'Schafzinnen' — ist eine Reihe zackiger Felstürmchen auf rund 2040 m Höhe, die direkt auf der polnisch-slowakischen Staatsgrenze im Grat Žabí hrebeň thront. Der bekannte Tatra-Bergsteiger Władysław Cywiński gestand einmal, er hätte sie am liebsten 'Haifischzähne' genannt — ein Blick auf ihre scharfe Silhouette gibt ihm recht. Klein an absoluter Höhe, aber groß an Charakter und Wildheit.
Die Türmchen liegen zwischen dem Owcza-Sattel (2038 m) und dem Białczańska-Sattel (2024 m). Die östliche, slowakische Seite fällt in grasbewachsenen, mit Latschenkiefern durchsetzten Hängen ab, während die westliche, polnische Seite im oberen Bereich felsiger ist. Darunter erstreckt sich die grasige Terrasse Owczy Upłaz, begrenzt von einer bis zu 100 m hohen Wandzone. Die Landschaft ist rau und ursprünglich — besonders im Herbst, wenn die Latschenkiefern und Gräser in warmen Farben leuchten.
Anreise und AufstiegDie erste dokumentierte Sommertraversierung des Grats fand am 1. Juni 1909 statt — geleistet von Edward Walery Janczewski und Stefan Komornicki unter Führung von Jędrzej Marusarz Jarząbek. Die erste Winterdurchquerung gelang erst im Februar 1951.