Der Spitzer Turm (2.367 m ü.d.M.), auf Polnisch Ostry Szczyt, ist einer der markantesten Gipfel der Hohen Tatra — ein spitz zulaufender Felsgipfel, der Bergsteiger jahrelang abwies und lange als unbezwingbar galt. Wer alpines Flair, senkrechte Wände und weite Ausblicke sucht, findet hier alles auf einmal.
Der Gipfel liegt im Hauptkamm der Hohen Tatra zwischen der Scharte Prielom v Ostrom und der Biela lávka, umgeben von plattenartigen Wänden und scharfen Graten. Das Gipfelpanorama ist beeindruckend: Bei guter Sicht reicht der Blick über die umliegenden Tatra-Gipfel und Täler bis zu den Orava-Beskiden, den Niederen Tatra und Gebirgen im südlichen Polen. Im Winter wird der Gipfel zu einem ernsthaften Alpinziel; im Sommer leuchten die Felsen in der Abendsonne und verbreiten echtes Hochgebirgsfeeling.
Südlich unterhalb liegt das Große Kalte Tal (Veľká Studená dolina) mit der Zbojnícka-Hütte — einem guten Stützpunkt für diese Region. Östlich befindet sich das Becken der Fünf Zipser Seen mit der bekannten Téry-Hütte.
AufstiegsmöglichkeitenDie Erstbesteigung gelang erst am 25. August 1902 durch Karol Englisch, seine Mutter Antónia und einheimische Bergführer — nach mehreren gescheiterten Versuchen über mehrere Jahre hinweg. Die Erstbegehung der Südwand im Jahr 1905 durch Simon Häberlein sowie Katharina und Max Bröske gilt als Beginn der Ära des Sportkletterns in der Hohen Tatra.