Die Ostrva (1.984 m ü. M.) ist einer jener Gipfel in der Hohen Tatra, die mit einem beeindruckenden Rundblick belohnen, ohne übermäßig viel Ausdauer zu verlangen. Sie erhebt sich über dem Popradské Pleso und liegt in unmittelbarer Nähe der bekannten Tatra-Magistrale — zugänglich und dennoch wild.
Der Gipfel bildet den breiten Abschluss eines Südwestgrats, der zur Končistá und weiter zum Popradský Ľadový štít führt, wo er auf den Hauptkamm der Hohen Tatra trifft. Die Westhänge fallen steil zum Popradské Pleso und ins Mengusovská-Tal ab, während die südöstlichen Hänge sanfter durch breite Latschengürtel abfallen. Bei klarem Wetter bietet der Gipfel ein beeindruckendes Panorama über die Täler und Gipfel der Hohen Tatra, das Vortatrrabecken sowie eine Kette von Gebirgen von der Veľká Fatra über die Niedere Tatra bis zu den Volovské vrchy. Besonders schön ist der Blick ins Mengusovská-Tal und zur Gruppe der Vysoká. Eine schlanke Felsnadel — die Ihla v Ostrve (ca. 1.890 m) — ist nur für Kletterer zugänglich.
AufstiegsmöglichkeitenDen ersten Pfad zur Ostrva legte 1886 der Ungarische Karpatenverein an — lange bevor Touristen kamen, erkundeten Wilderer auf der Jagd nach Gämsen diese Hänge und gaben dem Gipfel seinen verwegenen Geist.