Die Mura (1890 m ü.d.M.), auf Slowakisch Muráň, ist einer der markantesten Gipfel der Weißen Karpaten — ihre Silhouette, die manche an einen Tigerkopf, andere an einen Frosch erinnert, ist weithin sichtbar und unverwechselbar. Als westlichster ausgeprägter Gipfel der Belianské Tatry in der Slowakei beeindruckt er mit senkrechten Kalksteinwänden, die bis zu 200 Meter in die Höhe ragen.
Das gesamte Massiv besteht aus Kalkstein, dessen verwitterte Wände dem Gipfel seinen Namen gaben — sie erinnern an gewaltige Mauern. Die südwestliche Wand, die von der Alm Polana pod Muraniem (auch Gałajdówka genannt) bestens einzusehen ist, erstreckt sich über rund 1200 Meter Länge bei einer Fläche von etwa 24 Hektar. Der Kletterexperte Władysław Cywiński bezeichnete sie als eine der großartigsten Kalksteinwände der gesamten Tatra. Im Fels ist der riesige Eingang zur Murańska-Höhle zu sehen, und an den Felsbändern leben seltene Mauerläufer. Im Herbst leuchtet das Massiv golden, im Winter verwandelt es sich in eine eisige Festung.
AufstiegsmöglichkeitenDer erste dokumentierte Besteiger der Mura war der ungarische Aristokrat István Berzeviczy, der den Gipfel bereits im Jahr 1717 erreichte — eine der frühesten überlieferten Tatra-Besteigungen überhaupt.