Der Rotseeturm ist einer jener Gipfel der Hohen Tatra, die nicht durch spektakuläre Höhe beeindrucken, sondern durch ihren eigenwilligen Charakter — eine kegelförmige Kuppe, die im Vergleich zu den Nachbargipfeln Kolový štít und Belasá veža zwar unscheinbar wirkt, aber dennoch markant hervortritt.
Der Gipfel liegt im slowakischen Teil der Hohen Tatra im Hauptkamm, zwischen Kolový štít und Belasá veža, getrennt durch die Kolová-Scharte und den Sattel Zmrzlé sedlo. Die Nord- und Westhänge fallen steil in zwei Verzweigungen des Kolová-Tals ab und bilden eine wilde, felsig-grasige Landschaft. Die Südostflanke überragt das Jastrabia-Tal mit einer rund 150 Meter hohen Wand, die für Kletterer am interessantesten ist. Wer Ruhe und ursprüngliches Hochgebirgsflair abseits der Touristenmassen sucht, findet hier genau das.
Wie man den Gipfel erreichtDer polnische Name Modra Turnia leitet sich vom nahen Modry-Stawek-Teich im Jagnięca-Tal ab. Die Erstbesteigung erfolgte im Sommer 1900, die erste Winterbesteigung im Dezember 1911.