Die Mittlere Mengsdorfer Spitze (2389 m ü.d.M.) ist ein ernstzunehmender Klettergipfel im Hauptkamm der Hohen Tatra — direkt auf der polnisch-slowakischen Grenze gelegen, ohne markierte Wanderwege und mit einem beeindruckenden Angebot an technischen Kletterrouten. Zwischen der Großen und der Schwarzen Mengsdorfer Spitze eingeklemmt, ist sie zwar der niedrigste Gipfel der Gruppe, aber keineswegs der einfachste.
Der Gipfel besitzt drei Kuppen (2389, 2388 und 2383 m), und sein Grat ist von markanten Felsnadeln — der Igła Milówki und der Cienka Igła — geziert. Die Nordostwand fällt rund 370 Meter in den glazialen Kessel Bańdzioch ab: teils kompakter Fels, teils grasig und brüchig, von drei horizontalen Felsformationen durchzogen. Die Südwestwand (ca. 300 m) senkt sich auf slowakischer Seite zum Großen Hinczower See im Hinczova-Tal. Beide Wände sind anspruchsvolles Bergsteigergelände, im Winter besonders gefährlich.
AufstiegsmöglichkeitenAn den Felsen wachsen zwei ausgesprochen seltene Pflanzenarten — Saxifraga retusa und Cerastium uniflorum — die in Polen fast ausschließlich in der Tatra vorkommen. Die Erstbesteigung im Sommer erfolgte am 15. August 1903, die erste Winterbesteigung erst 1916.