Der Kleine Krivan (2334 m ü. M.) ist einer jener Gipfel, die mit einem Aussichtspunkt belohnen, der weit über das erwartete Maß hinausgeht. Als sekundäre Kuppe im südlichen Grat des mächtigen Kriváň gelegen, besitzt er einen unverwechselbaren Charakter — und eine Besonderheit, die kein anderer Punkt des Weges bieten kann.
Der Gipfel liegt im sogenannten Pavlov-Grat und ist vom Hauptgipfel des Kriváň durch den dreifachen Sattel Kriwánska Przełączka (Daxnerovo sedlo) getrennt. Der Grat ist offen und windexponiert, was im Sommer weite Blicke über die umliegenden Täler ermöglicht und im Herbst in den Goldtönen der Latschenkiefern leuchtet. Genau von hier — und nur von hier auf dem gesamten Weg — lässt sich der Grüne Wichticer See (Zelený pleso Važecký) in seiner vollen Ausdehnung überblicken. Ein kleiner Felssporn fällt nach Osten in die Velký žľab-Rinne ab, während die westlichen Flanken in steilen Felswänden ins für Touristen gesperrte Wichticer Tal (Važecká dolina) abstürzen.
Anstieg zum GipfelDie Wege über den Kleinen Krivan waren schon lange vor dem modernen Tourismus bekannt: Sie wurden von Bergleuten genutzt, die in den Gold- und Antimonitbergwerken am Kriváň arbeiteten — den sogenannten Kriváňer Gruben. Heutige Wanderer gehen dieselben Pfade, jedoch mit deutlich angenehmeren Absichten.