Liptowskie Mury — auf Slowakisch Liptovské múry, zu Deutsch etwa 'Liptauer Mauern' — ist einer der wildesten und eindrucksvollsten Gratabschnitte der gesamten Tatra. Der Grat bildet eine natürliche Grenze zwischen dem polnischen Podhale und dem slowakischen Liptau und verspricht all jenen ein unvergessliches Erlebnis, die abseits der ausgetretenen Pfade suchen.
Der Grat erstreckt sich vom Szpiglasowy Wierch (2172 m ü.M.) bis zur Gładka-Scharte (1994 m) und durchläuft dabei eine Abfolge von Felsgipfeln und Scharten — darunter die Kostur-Gipfel, mehrere Ławka-Einsattelungen und den Kotelnica-Nebengrat. Die polnischen Hänge fallen steil ins Tal der Fünf Polnischen Seen ab, während die slowakische Seite in das Koprovà-Tal übergeht. Die Aussichten vom Grat sind weit und karg zugleich: schroffe Felswände, türkisblaue Bergseen in der Tiefe und endloser Himmel. Im Sommer bietet der Grat außergewöhnliche Stille und Panoramen, im Winter und Frühjahr verwandelt er sich in ein alpinistisches Abenteuer — die erste Winterüberschreitung vom Czarna-Ławka-Pass zum Szpiglasowy Wierch gelang erst im April 1925.
Zugang zum GratDen Namen 'Liptowskie Mury' prägte der polnische Geologiepionier Stanisław Staszic. In den 1930er Jahren gab es sogar Pläne, eine Straße vom Morskie-Oko-See über diesen Grat bis zum Kasprowy Wierch zu bauen — ein Vorhaben, das auf breiten Widerstand stieß und nie verwirklicht wurde.