Die Lawinenspitze (2.606 m ü. d. M.) ist der fünfthöchste Gipfel der Hohen Tatra auf slowakischem Gebiet — ein felsiger, ernstzunehmender Alpingipfel, der nur in Begleitung eines lizenzierten Bergführers bestiegen werden kann. Wer echte Hochgebirgsatmosphäre sucht und sich ein Rundpanorama über das Herzstück der Tatra verdienen möchte, findet hier genau das Richtige.
Der Gipfel liegt im Hauptkamm der Hohen Tatra, zwischen dem Popradský Ľadový štít und der Východná Vysoká, als markanter Punkt auf dem Nordkamm des Zadný Gerlachovský štít. Gemeinsam mit der Lavínová veža bildet er einen charakteristischen Doppelgipfel. Die ins Velická-Tal abfallenden Hänge sind für häufige Lawinen bekannt — daher der Name, den Bergsteiger zu Beginn des 20. Jahrhunderts prägten. Vom Gipfel aus öffnet sich ein vollständiges Rundpanorama: zahlreiche Gipfel der Hohen Tatra, der nördliche Teil des Belianske-Tatra-Kamms, die Orava-Beskiden, die Niederen Tatra, die Volovské vrchy, Branisko sowie viele Berge im südlichen Polen. Im Winter verwandelt sich diese Welt aus Fels und Eis in eine noch eindrucksvollere, karge Landschaft.
AufstiegsmöglichkeitenDie Erstbesteigung im Sommer erfolgte am 26. Juli 1904 durch Janusz Chmielowski, Klemens Bachleda und Stanisław Stopka — ein bedeutendes Kapitel der Tatra-Bergsteigergeschichte. Die erste Winterbesteigung gelang Pavel Krupinský und Matthias Nitsch am 22. März 1936.