Die Gemsenspitze — auf Polnisch Kozia Turnia, auf Slowakisch Kozí štít — erhebt sich auf 2.111 m ü. M. im östlichen Teil der Hohen Tatra und gehört zu den markantesten Gipfeln des Kozí-Kamms. Felsig, ursprünglich und abseits der markierten Wanderwege ist sie ein echtes Ziel für Kletterer und erfahrene Bergsteiger.
Der Gipfel liegt auf einem Seitenkamm, der in südöstlicher Richtung vom Jahňací štít (2.230 m) abzweigt. Die Osthänge fallen ins Tal der Weißen Seen ab, während sich im Süden das malerische Grüne-See-Tal öffnet. Vom Gipfel aus bietet sich ein Rundblick auf die umliegenden Gipfel der Hohen Tatra, den Kamm der Belianischen Tatra, das Tal der Weißen Seen und das Rote Tal. Bei guter Sicht sind auch Teile des Popráder Beckens, die Slanské vrchy, das Branisko und die Levoča-Berge zu sehen. Im Winter und Frühfrühling verwandeln Schnee und Eis die Gemsenspitze in ein anspruchsvolles Alpinziel.
AufstiegsmöglichkeitenDie erste bekannte Besteigung erfolgte am 15. September 1904 durch Janusz Chmielowski, Klemens Bachleda und Jan Bachleda-Tajber; die erste Winterbesteigung gelang Günther Oskar Dyhrenfurth und Alfred Martin am 6. März 1906.