Die Kapelle (2262 m ü.d.M.), auf Polnisch Kościołek, ist eine der eigenwilligsten Felsformationen der gesamten Hohen Tatra — ein einsamer Turm inmitten des Batizovská-Tals, dessen Form an eine gotische Kirche erinnert. Kein Grat verbindet sie mit der Umgebung; sie steht vollkommen für sich allein.
Geologen bezeichnen die Kapelle als Nunatak — einen Felsgipfel, der einst einsam aus dem Gletscher ragte. Heute erhebt sie sich direkt aus dem oberen Teil des Batizovská-Tals, gegenüber der berühmten Batizovská-Próba-Route, die als Abstiegsweg vom Gerlach genutzt wird. Im Winter, von Schnee und Eis umgeben, wirkt sie fast unwirklich schön. Im Sommer bieten die zwei Gipfel — der nördliche ist der höhere — weite Aussichten auf das Tal und den Gerlach-Massiv. Der Fels hat zwei Hauptkletterrouten: die West- und die Südostwand, jeweils etwa 100 Meter hoch, sowie die Grate. Die Begehung einer Route dauert ab der Basis rund eine halbe Stunde.
Anstieg zum GipfelAm 4. August 1933 kamen die polnischen Kletterer W. Stanisławski und Witold Wojnar an der Westwand ums Leben. Genau drei Jahre später bezwangen drei polnische Bergsteiger dieselbe Route — eine der bewegendsten Gesten in der Geschichte des Tatrenbergsteigens.