Die Kopa Magury (1704 m ü. d. M.) ist einer jener Tatra-Gipfel, die Entdeckergeist statt Menschenmassen belohnen. Ihr runder, kuppelförmiger Scheitel thront über gleich drei Tälern — dem Olczyska-, dem Kasprowa- und dem Jaworzynka-Tal — und dennoch führt kein markierter Wanderweg hinauf.
Der Berg besteht vollständig aus Kalk- und Dolomitgestein, was ihm eine helle, felsige Charakteristik verleiht und eine reiche kalkliebende Alpenflora begünstigt. Die sanfteren Hänge sind von dichter Latschenkiefer bedeckt, während auf den freien Felsen alpine Kostbarkeiten gedeihen — darunter der Gletscher-Enzian, der in den polnischen Tatra nur an rund zehn Stellen vorkommt. Im Winter suchen Gemsen in kleinen Gruppen den nordwestlichen Steilhang auf, wo sie auf Grasbändern mit bis zu 60° Neigung gute Überlebensbedingungen finden. Im Sommer bietet der Gipfel echte Einsamkeit — weit entfernt vom Trubel der touristischen Hauptwege.
Anstieg zum GipfelDer Name 'Magura' stammt aus der Sprache der Walachen — des Hirtenvolkes, das die Weidewirtschaft in der Tatra einführte — und bedeutet einen kleineren, alleinstehenden Berg. Im 19. Jahrhundert befanden sich an den Nordhängen Eisenerzminen, die auch der Schriftsteller Stefan Żeromski und der Poet Seweryn Goszczyński besuchten, der ihre düstere, fast fantastische Atmosphäre in eindrucksvollen Worten festhielt.