Der Kominiarski Wierch (1829 m ü.d.M.) ist eines der markantesten Massive in den polnischen Westlichen Tatra — ein breites, fast flaches Gipfelplateau von knapp 4 Hektar, das Bergpastoren einst Pusta Równia (die Leere Ebene) nannten. Eingebettet zwischen dem Chochołowska- und dem Kościeliska-Tal, erhebt es sich mit einer relativen Höhe von 800 Metern imposant über die Umgebung.
Das gesamte Massiv besteht aus Triaskalk und beherbergt eine außergewöhnliche Vielfalt kalkliebender Pflanzen. Im Frühling und Sommer blühen hier Alpen-Edelweiß, Enziane, Nelken sowie Arten, die in Polen nur an diesem Ort vorkommen — darunter Hoppes Edelweiß, Oranges Greiskraut und Hallers Tragant. In den Felswänden wurden rund 140 Höhlen entdeckt, die größte ist der Bańdzioch Kominiarski. Im Herbst leuchtet das Massiv in Goldtönen, und die Stille wird nur vom Wind und dem Ruf des Steinadlers unterbrochen, der sich hier seit den 1980er Jahren angesiedelt hat.
Wie man den Gipfel erreichtEine reizende historische Anekdote: Im Jahr 1892 markierte der spätere Komponist Mieczysław Karłowicz — damals gerade 16 Jahre alt — eigenhändig einen Pfad auf den Gipfel von Norden und berichtete darüber im Kurier Zakopiański. Die Tatra-Gesellschaft ignorierte seine Leistung vollständig. Heute schweigt der Gipfel, bewacht von einem Adler und einem Teppich seltener Alpenblumen.