Die Rotseespitze (2.418 m ü. M.), auf Polnisch Kołowy Szczyt und auf Slowakisch Kolový štít, ist eine der markantesten Silhouetten im Hauptkamm der Hohen Tatra — eine schlanke, symmetrische Granitpyramide, die der Bergsteiger Janusz Chmielowski bereits 1904 als 'erlesene Pyramide' bezeichnete. Wer abseits markierter Wege echtes Bergabenteuer sucht, wird hier fündig.
Das Massiv besteht aus hellerem Granit, was es optisch von den dunkleren Gipfeln weiter südlich unterscheidet. Der Berg erhebt sich direkt über drei Tälern: dem Čierna Javorová-Tal im Südwesten, dem Kolová-Tal mit dem Hochkar Bździochowa Kotlina im Norden und dem Jastrzębia-Tal im Osten. Das Gipfelpanorama ist weit und lohnend — es umfasst tiefe slowakische Täler sowie einen beeindruckenden Blick auf den Hauptkamm der Tatra. Am eindrucksvollsten ist die Ostwand des Gipfels, die bis zu 250 m hoch ist und durch markante Felstürme sowie grasbewachsene Felsbänder gegliedert wird. Im Winter nimmt das Massiv einen strengen, alpinen Charakter an; die erste dokumentierte Winterbesteigung gelang erst am 25. März 1912.
Aufstiegsmöglichkeiten
Praktische Hinweise
Der deutsche Name 'Rotseespitze' bezieht sich — ebenso wie der ungarische Name 'Vörös-tavi-csúcs' — auf den Roten See (Červené pleso) im Jagnięca-Tal. Die erste zuverlässig belegte Sommerbesteigung vollbrachte Stanisław Staszic mit Führern aus dem Dorf Jurgów im Jahr 1804.