Der Weisser Steinrücken — heute auf Polnisch Izerskie Garby genannt — erhebt sich auf 1.084 m ü.d.M. über den Hochkamm des Isergebirges im Südwesten Polens. Wer einen markanten, leicht erkennbaren Gipfel erwartet, wird überrascht: Die breite, sanfte Kuppe geht so fließend in das Hochplateau über, dass der höchste Punkt im Gelände kaum auszumachen ist — genau das macht ihn so besonders.
Die West- und Osthänge sind nahezu eben, während der Nordhang steil zur Iserstraßenkreuzung (Rozdroże Izerskie) abfällt und der Südhang ins Tal der Kamienna führt. Östlich des Gipfels erhebt sich das etwas niedrigere Zwalisko (1.047 m) mit einer malerischen Felsgruppe. Die Hänge sind mit jungem, gesundem Wald bedeckt — der sich nach der Umweltkatastrophe der 1980er Jahre erholt hat, als saurer Regen die im 19. Jahrhundert angepflanzten Fichtenkulturen vollständig vernichtete. Vereinzelte abgestorbene Baumstümpfe ragen noch aus dem Jungwald hervor. Der Gipfel bietet weite Ausblicke auf die Berglandschaft, ist jedoch häufig von Wolken und Nebel verhüllt, und die Schneedecke hält sich im Gipfelbereich oft bis weit in den Frühling.
AufstiegsmöglichkeitenMit dem Berg verbindet sich eine alte Sage: In einer Höhle am Nordhang soll eine goldene Statue des slawischen Totengottes Flins verborgen sein, verehrt vom Stamm der Bieżuńcy. Der historische Name 'Weisser Steinrücken' verweist dagegen auf die mächtige weiß-rosa Quarzader, die hier bereits seit dem frühen 13. Jahrhundert abgebaut wird.