Der Rabstein — slowakisch Havran, polnisch Hawrań — ist mit 2152 m der höchste Gipfel der Belaer Tatra und zugleich der höchste Kalkstein-Gipfel des gesamten Tatra-Gebirges. Selten besucht und nahezu unberührt, bietet er einen einzigartigen Blickwinkel auf die Hohe Tatra, den man sonst nirgends findet.
Das Massiv erhebt sich im Zentrum der westlichen Hälfte der Belaer Tatra auf slowakischem Gebiet. Im Westen trennt der markante Hawrań-Sattel den Gipfel vom Nový Vrch, im Osten grenzt er an die Plačlivá skala. Der gesamte Berg besteht aus Kalkstein, was ihm eine hellere, fast architektonische Erscheinung verleiht — ein deutlicher Kontrast zu den Granitgipfeln der Hohen Tatra. Fünf Täler strahlen vom Massiv aus, und die Flanken sind von Rinnen und Graten durchzogen. Im Sommer eröffnet der Gipfelgrat ein weites Panorama über die Hohe Tatra; im Herbst leuchten die Täler in warmen Farbtönen.
Anstieg zum Gipfel1887 kaufte Fürst Christian Hohenlohe diesen Teil der Tatra als Jagdrevier, ließ ihn einzäunen und für Besucher sperren — was unbeabsichtigt dazu beitrug, die Natur hier nahezu unberührt zu erhalten. Besungen wurde der Gipfel auch vom polnischen Dichter Władysław Broniewski in einem Gedicht aus dem Jahr 1935.