Die Gęsia Szyja (1.489 m ü.d.M.) — zu Deutsch etwa 'Gänsehals' — ist einer der schönsten Aussichtsgipfel in den Hohen Tatra. Der Berg ist hoch genug für spektakuläre Rundblicke, aber zugänglich genug für einen entspannten Tagesausflug.
Vom Gipfel und von der nahe gelegenen Almwiese Rusinowa Polana aus schweift der Blick über das gesamte Tatrapanorama — von den Bélanske Tatry im Osten über die Hohe Tatra bis hin zur Westlichen Tatra. Der Kammabschnitt am Gipfel wird von Dolomitfelsen, den sogenannten Waksmundzkie Skałki, gekrönt, die rund 15 Meter aus dem Gelände ragen. Der Name 'Gänsehals' bezog sich ursprünglich nur auf einen schmalen, geschwungenen Grashang am Ostgrat, der den hiesigen Bergbauern an einen Gänsehals erinnerte. Bereits 1878 schwärmte Tytus Chałubiński hier von einem 'Blick auf 100 Gipfel und Pässe' — ein Versprechen, das der Berg bis heute einlöst. Die Umgebung verändert sich wunderschön mit den Jahreszeiten: Im Sommer blühen auf den Hängen kalkliebende Wildblumen, im Herbst leuchten die Almwiesen in sattem Gold.
Aufstieg zum GipfelBotanisch ist der Berg besonders wertvoll: Im Jahr 2007 wurde hier einer der wenigen bekannten polnischen Standorte des Mährischen Eisenhuts (Aconitum firmum subsp. moravicum) entdeckt — ein Zeugnis der außergewöhnlichen Pflanzenvielfalt dieser Kalkfelsen.