Der Geigelstein (1808 m) ist der höchste Berg der Chiemgauer Alpen, der komplett auf bayerischem Boden liegt, bekannt als Chiemgauer Blumenberg und beliebte Aussichtswarte. Hier verschmelzen artenreiche Bergwiesen mit einem Panorama, das an klaren Tagen bis zu den entferntesten Gipfeln reicht.
Der Berg liegt zwischen dem Priental im Westen und der Tiroler Achen im Osten, umgeben von einem großen Naturschutzgebiet. Im Sommer blühen auf seinen Hängen unzählige Alpenblumen, an klaren Herbsttagen reicht der Blick bis zu den Berchtesgadener Alpen, dem nahen Kaisergebirge, dem Großglockner, dem Karwendel und dem Chiemsee. Auf dem Gipfel stehen ein Gipfelkreuz und eine kleine Kapelle. Im Winter sind Skitourengeher und Schneeschuhwanderer unterwegs, an den Steilhängen besteht dabei teils erhöhte Lawinengefahr.
So erreicht man den Gipfel
- Sachrang oder Huben — Forststraße bis zur Priener Hütte (rund 2 Stunden), danach markierter Steig vorbei am Wandspitz zum Gipfel (etwa 1 Stunde); die letzten 100 Höhenmeter durch Latschen und Felsen erfordern Trittsicherheit
- Ettenhausen bei Schleching — kürzester Weg über die Ostseite via Wuhrsteinalm und Wirtsalm auf steilem, schmalem Steig (rund 2 Stunden); die frühere Sesselbahn ist seit 2014 außer Betrieb
- Schleching — ruhiger, landschaftlich reizvoller Weg über die Nordostseite via Haidenholzalm und Roßalm (rund 3 Stunden, 7,5 km), nur für geübte Bergwanderer empfohlen
- Walchsee (Österreich) — Tiroler Weg über die Baumgartenalm zur Priener Hütte, teils mountainbiketauglich, danach steiler Aufstieg zum Gipfel (insgesamt rund 4 Stunden)
Praktische Informationen
- Das gesamte Gebiet liegt im Naturschutzgebiet Geigelstein, das 1991 nach einer über 15-jährigen Bürgerinitiative gegen geplante Skischaukeln ausgewiesen wurde
- Die ganzjährig bewirtschaftete Priener Hütte der DAV-Sektion Prien bietet Übernachtungsmöglichkeiten und Panoramablick auf den Wilden Kaiser
- Während der Brutzeiten gelten örtliche Betretungsverbote
Am Geigelstein wachsen rund 720 Farn- und Blütenpflanzenarten, davon 111 geschützte Arten — das macht ihn zu einem der artenreichsten Berge der Chiemgauer Alpen.