Die Furkaska (1.491 m ü. d. M.) ist einer jener Tatra-Gipfel, die sich hinter einer Kulisse aus dichtem Wald und stiller Wildheit vor dem Touristengetriebe verstecken. Der Gipfel liegt genau auf der polnisch-slowakischen Grenze im nördlichen Kamm des Wołowiec und thront über gleich drei Tälern — dem Chochołowska-, dem Juraniowa- und dem Furkaska-Tal. Die felsigen Westhänge fallen dabei auf rund 40 Meter Höhe steil ab, stellenweise mit Latschenkiefern bewachsen.
Das Furkaska-Massiv hat etwas Unzähmiges und leicht Geheimnisvolles an sich. Als reich gegliederter, bewaldeter Voralpenrücken bietet der Gipfel keine weiten Panoramen, dafür eine Atmosphäre tiefer, unberührter Tatra-Wildnis, die ihresgleichen sucht. Im Frühling duften die erwachenden Wälder nach Harz, im Sommer herrscht angenehme Kühle, und im Herbst leuchten die Buchenkämme in Gold und Rot. Im Winter wird die Furkaska besonders einsam und herb — ein Erlebnis für alle, die echte Stille suchen.
Aufstieg zum GipfelDie Furkaska birgt einen botanischen Schatz: Hier wachsen die Kugeldistel und die Elsbeere, beide in Polen außerordentlich selten. Im 19. Jahrhundert wurde an den orawischen Hängen dieses Massivs Eisenerz abgebaut, und ein Dokument aus dem Jahr 1775 nennt den Gipfel stolz 'Furkasowa Scala'.