Der Czoło (1.159 m ü.d.M.) ist ein stiller, bewaldeter Gipfel direkt auf der polnisch-slowakischen Staatsgrenze in den Westlichen Bieszczady — genau das Richtige für alle, die die ursprüngliche, menschenleere Seite der Karpaten kennenlernen möchten. Er liegt im Hauptkamm der Karpaten, dem großen europäischen Wasserscheidengrat, und ein Schritt über den Gipfel bedeutet den Wechsel zwischen zwei Ländern und zwei Flusssystemen.
Gipfel und Hänge sind vollständig bewaldet, weshalb es hier keine Aussichtspunkte gibt. Dafür entschädigt die Atmosphäre tiefer, unberührter Wildnis. Im Westen grenzt der Czoło über einen Pass (1.083 m) an die Riaba Skała, im Osten trennt ihn der Sattel 'pod Borsukiem' vom Borsuk. Ein Seitenrücken namens Wobnoha zieht nach Nordosten ins Tal der oberen Solinka. Die südlichen Hänge entwässern über den Zbojský potok ins Schwarze Meer — man steht also auf einer der bedeutendsten Wasserscheiden Europas. Im Herbst leuchten Buchen und Tannen in warmen Gold- und Kupfertönen.
AufstiegsmöglichkeitenDas Vorkommen der Karpaten-Tozzie, einer der seltensten Pflanzen Polens, macht den unscheinbaren Waldgipfel Czoło zu einem kleinen botanischen Juwel in den Bieszczady.