Der Ćwilin (1072 m ü.d.M.) ist der zweithöchste Gipfel des Beskid Wyspowy und eine jener stillen Berggestalten, die sich ins Gedächtnis eingraben. Als typischer Inselberg steht er von allen Seiten durch tiefe Täler von den Nachbargipfeln getrennt — einsam, markant und auf dem Gipfel mit einer weiten Aussicht belohnt.
Die Gipfelwiese Polana Michurowa, einst ein belebtes Weidegebiet, ist das Herzstück des Berges. Hier warten Picknickbänke, eine hölzerne Kapelle und ein Panorama, das über die Gorce-Berge und die Hohe Tatra bis zu den slowakischen Gipfeln Malá Fatra und Veľký Choč reicht. Die steile Wiesenböschung ist zudem ein beliebter Gleitschirmstartplatz. Im Herbst leuchten die Buchenwälder in satten Farben, im Winter bekommt der Gipfel einen rauen, ursprünglichen Charakter.
AufstiegsmöglichkeitenDer Name Ćwilin leitet sich vom deutschen Wort Zwilling ab — so nannten ihn im 14. Jahrhundert deutsche Siedler als Pendant zum benachbarten Gipfel Śnieżnica. Im Zweiten Weltkrieg diente die Gipfelwiese als geheimes Abwurfgelände der Heimatarmee unter dem Decknamen 'Sokół' (Falke), wo Waffen und Nachschub von alliierten Flugzeugen aus der Basis Brindisi abgeworfen wurden.