Der Stiernberg (1.947 m ü. d. M.), slowakisch Bujačí vrch, ist ein weitläufiger Gebirgszug am östlichen Ende der Belaer Tatra in der Slowakei — das letzte hohe Gipfelmassiv in diesem Teil der Tatra. Was ihn besonders macht: Gleich sieben Grate gehen von seinem Gipfel ab, ein in der gesamten Tatra einzigartiges Phänomen. Der Ausblick auf das Kežmarker Tal gehört zu den schönsten der ganzen Region.
Das Massiv besteht aus Sedimentgestein — triadischen Kalken und Dolomiten — und ist stellenweise felsig. Im Inneren verbergen sich bemerkenswerte Höhlen: Im 'Eiskeller' trotzen Eisstalagmiten auch dem Sommer, und die Alabasterhöhle an den Nordhängen erstreckt sich über mehr als 300 Meter Gänge. Auf dem Gipfel wächst das Edelweiß, das einst massenweise gepflückt wurde und heute streng geschützt ist. Im Winter verleiht tiefer Schnee dem Massiv einen rauen Alpencharakter, im Sommer laden die weitläufigen Grate zu herrlichen Panoramablicken über die gesamte Tatra ein.
AufstiegsmöglichkeitenDer Name des Gipfels leitet sich vom Wort 'bujak' ab — in der lokalen Mundart bedeutet es 'Bulle' — und erinnert an eine jahrhundertelange Viehhaltungstradition in der Belaer Tatra. Ein düsteres Kuriosum: Um das Jahr 1650 kam hier August Kaltstein, ein Schatzsucher, ums Leben — er gilt als das erste namentlich bekannte Todesopfer der Tatra.